100 % Martin

100 % Schulz - ein Zeichen der Schwäche

Es wird sicher bald Anfragen aus Nordkorea oder der Türkei geben, wie man solche Wahlergebnisse organisiert. Dabei sind sie vor allem eins: Ein Zeichen der Schwäche der sozialdemokratischen Idee.
Kein Wunder, denn alles, wofür die Sozialdemokratie angetreten war, ist Wirklichkeit, also SPD überflüssig. Dabei rede ich nicht von den eigentlichen sozialdemokratischen Werten wie „soziale Gerechtigkeit“, denn die wird ja eher von den Linken vertreten. Wie oft hatte die SPD in der Geschichte schon die Chance, sich für eine sozial gerechtere Gesellschaft einzusetzen und wie oft hat sie sich immer auf die Seite des Kapitals geschlagen - angeblich aus Realitätssinn? Der sozialdemokratische Opportunismus hat den Deutschen in einer Weise gut getan, dass der romantisch verklärte Blick auf die Allmacht des Staates seit 1850 eine Art Ersatzreligion geworden ist und gegen den die Kritik am Mangel an sozialer Gerechtigkeit wie ständiges Gezänk unverbesserlicher Bolschewisten vorkommen muss. 


Immer wieder hat sich die Sozialdemokratie mehr damit befasst, die Linken zu bekämpfen statt ihren eigentlichen „natürlichen Feind“ - das Gerechtigkeit fressende Kapital. Die Folgen waren verheerend: Eine Weimarer Republik ohne demokratischen Staatsapparat, ein verlorener Kampf gegen Hindenburg, der Hitler an die Macht holte, eine Agenda 2010, die die Linken wieder spalten ließ und somit die Alternative zur CDU kostete. Jeder Rechtsruck der SPD machte die Linken stark, jeder Rechtsruck der SPD zwang die Konservativen in die Mitte und machte die Rechten stark. Warum dieses „Theater“?
Die Antwort ist denkbar leicht. Es geht den Parteien nicht um das Durchsetzen der eigenen Ideale sondern rein um Macht. Dabei verraten sie ihre Werte rücksichtslos und die Mitglieder lassen sich verarschen, das Volk sowieso. Wenn die Sozialdemokraten sozialdemokratische Politik wollen würden, dann sollten sie Linke wählen und keinen EU-Bürokraten. Aber es geht ja nicht um sozialdemokratische Politik, ging es nie (Ebert im Herbst 1918, Schröder vor 2005, etc.) und es geht auch den Konservativen nicht um konservative Ideen (Merkel 2015, oder Atomausstieg etc.) - es geht um Macht.
Und nun geben die Mitglieder einer ehemaligen Volkspartei einem angeblichen Messias 100% Zustimmung. Habt ihr alle vergessen, wie die Amerikaner 2009 Obama gefeiert haben? Wie es die Welt getan hat? Was war das Ergebnis? Es kam noch schlimmer als vorher. Der Grund ist einfach: Was regiert die Welt? Wer besitzt dieses Was? 
Alles klar?
Es können noch so viele „Martinse“ kommen - der Messias wird die menschlichen Gesetze nicht aushebeln: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral.“